Du bist der Tag und die Nacht, fühl mich bei dir geborgen,
bin bei dir aufgewacht, endlich ohne Angst vorm Morgen.
Mein Kopf schreit deinen Namen, die Gefühle sind so groß,
muss dich noch vor mir warnen, denn du wirst mich nicht mehr los.
Nicht mehr los
Wie lang hab ich auf dich gewartet, hab den Weg zu dir gesucht,
hab in Selbstmitleid gebadet, hab jeden Tag verflucht.
Konnt die Dinge nicht verwinden, die rings um mich geschehn,
konnt mich selbst nicht mehr finden, konnt die Sonne nicht mehr sehn.
Nicht mehr los, nicht mehr los.
Bitte halt mich fest und lass mich nicht mehr los.
Fühl mich frei, frei mit dir.
Halt mich einfach fest und bleib für immer hier.
Hab den Geruch deiner Haut, deiner Kleider, deiner Haare
tief in mir verstaut, damit ich ihn mir bewahre.
Möcht dich nicht mehr missen, möcht dich nur noch küssen,
möchte mich am Liebsten tief in dir vergraben.
Nicht mehr los
Lass mich in deinem Haar versinken, in deinen Augen ertrinken,
Lass mich deine Wärme spür'n, lass dich von mir verführ'n.
Ich nehm mir alles, was du gibst, will nie mehr von dir lassen,
will dass du mich liebst, will das Leben nicht mehr hassen.
Nicht mehr los, nicht mehr los.
Bitte halt mich fest und lass mich nicht mehr los.
Fühl mich frei, frei mit dir.
Halt mich einfach fest und bleib für immer hier.
Nun willst du weg, willst hier raus, willst nicht mehr bei mir bleiben.
Fühlst dich krank und eingeengt, kannst meine Liebe nicht leiden.
Sagst sie hat dir nichts bedeutet, diese eine Nacht,
hast mich nicht mehr angesehn, hast mich noch ausgelacht.
Nicht mehr los
Du sitzt jetzt hier, sagst kein Wort, schon seit vielen Stunden.
Mit großen leeren Augen und ich zähle die Sekunden.
Halt dich im Arm, halt dich warm, meine Liebe ist so groß,
du wirst mich nie mehr verlassen, du wirst mich nie wieder los.
Nie mehr los, nie mehr los.
Ich halt dich ganz fest und lass dich nie mehr los.
Fühl dich frei, frei mit mir.
Ich halt dich ganz fest du bleibst für immer hier.
Für Kevin und Saskia.
(Ich hab euch lieb)
Ich weiß nicht wie es da draußen ist... ich habe es noch nie gesehen.
Seen, Wälder, Wiesen.. ich habe es noch nie gerochen.
Ich kenne keinen Schnee, keinen Regen und keine Sonne... ich habe es noch nie gespürt.
Keine Wärme, keine Zärtlichkeit, keine Liebe... ich habe es noch nie gefühlt.
Ich kenne meine Eltern nicht, weder Vater noch Mutter.
Ich weiß auch nicht, ob ich Geschwister habe, oder so etwas wie eine Familie.
Nachlaufen, verstecken, fangen... ich habe noch nie gespielt.
Ich kenne nur Schmerzen, Folter und Angst.
Ich weiß nicht wo ich herkomme oder wer ich bin.
Ich weiß nur wo ich hingehe... in den sicheren Tod.
Ich habe keinen Namen.. eigentlich bin ich gar nichts.
Nur Dreck.
Die Welt? Ich weiß nichts von der Welt.
Meine Welt besteht aus einer kleinen Zelle, in der ich mich kaum bewegen kann.
Einige Schritte auf und ab, wenn die Schmerzen nicht zu groß sind.
Ich schaffe es kaum, mich aufrecht hinzustellen, weil die Decke so niedrig ist.
Die Wände und der Boden sind kalt und hart.
Ich hasse diesen Boden, auf den ich mich nur lege,
wenn die Schmerzen zu stark zum stehen sind.
Wenn ich erschöpft und verletzt bin von der Folter.
Wenn jede Bewegung zur Qual wird.
Wenn ich nur noch sterben möchte.
Oh ja, ich habe gekämpft, habe mich trotz meiner Angst gewehrt.
Immer und immer wieder habe ich um mich geschlagen.
Wohl tausendmal bin ich mit meinem Kopf gegen die Gitter angerannt.
Bis sie mich mit einem Mittel ruhig gestellt haben von dem mir so schlecht wurde,
dass ich zusammen gebrochen bin und mich in meiner eigenen Kotze gewälzt habe.
Ich habe gelernt.
Heute verhalte ich mich ruhig, wenn sie mich holen.
Diese großen Menschen mit ihren kalten und brutalen Händen.
Sie mustern mich mit abfälligen Blicken um einzuschätzen,
ob ich noch lebendig genug für die nächste Folter bin.
Ich verhalte mich ruhig, wenn sie ihre Nadeln in mein Gehirn stechen,
wenn Sie meine Augen verätzen oder mir die Knochen brechen.
Ich verhalte mich ruhig, wenn sie immer wieder Strom durch meinen Körper jagen.
Ich verhalte mich sogar noch ruhig, wenn Sie mir Stücke aus der Haut reißen.
Aber Ich hoffe jedes mal dass ich nicht überlebe... Endlich sterben darf.
Doch ich wache immer wieder auf, in dieser Zelle mit den eisernen Gittern.
In der ich in meinem eigenen Urin und Kot liege,
weil ich meinen Körper nicht mehr kontrollieren kann.
Wache immer wieder auf aus diesen Träumen,
in denen ich endlich keine Schmerzen mehr habe.
Und dann sagen sie auch noch dass wir Katzen ja zum Glück sieben Leben haben...
Es war im Sommer 1642,
und Dorothea war gerade 16 Jahr.
Die Luft am Morgen roch noch süß und würzig,
als ihr Leben schon fast zu Ende war.
Die Menschen raunten: Schau mal was die kann,
macht schöne Augen gerade meinem Mann.
Los auf holt den Hexenhammer raus
und schneidet ihr die Augen aus.
Sie wollte lachen wollte tanzen wollte Sex,
es ist doch klar... die ist ne Hex.
Und irgendwann an einem schönen Morgen,
sie tanzte nackt, wie Gott sie schuf im Gras,
Das sah der Pfaff und der wollt es ihr besorgen,
seine Hände zittern er war um die Nase blass.
Sie wollte nicht doch dem Pfaff war es egal,
er warf sie nieder so begann ihre Qual.
Sie wehrte sich doch der Mann war viel zu schwer
und wie ein Tier viel er über sie her.
Sie wollte lachen wollte tanzen wollte Sex,
es ist doch klar... die ist ne Hex.
Der Pfaff war fertig und ließ schnaufend von ihr ab,
was soll ich tun wenn die ihren Peiniger nennt,
es ist ganz klar ich bringe sie ins Grab
und sorg dafür dass sie im Reisig brennt.
Er ging ins Dorf erzählte seine Mär,
das Dorothea eine böse Hexe wär'.
Er hätts gesehen da draußen im Gras
wie sie auf ihrem Hexenbesen saß.
Sie wollte lachen wollte tanzen wollte Sex,
es ist doch klar... die ist ne Hex.
Sie folterten sie mit Birne und Kralle,
tauchten sie in kochendes Wasser ein.
Doch eigentlich wussten es schon alle,
Die schläft mit dem Bock, die muss ne Hexe sein.
Sie brannten sie an diesem Sommermorgen,
der Reisigberg war hoch das Feuer heiß.
Ihre Schreie blieben keinem verborgen
und ihr Gesicht wie Leichentuch so weiß.
Sie wollte lachen wollte tanzen wollte Sex,
es ist doch klar... die ist ne Hex.
Der Qualm war dicht, der Mob konnte nichts sehen,
dann kam ein Knall die Menschen wurden stumm.
Mit Eiseshauch war's um den Pöbel geschehen,
sie waren tot sie fielen einfach um.
Überm Feuer und überm Reisighaufen,
schwebt Dorothea ganz alleine nun und stumm.
Man sieht die Tränen über ihre Wangen laufen
ganz traurig schaut sie sich auf dem Marktplatz um.
Sie wollt nur lachen wollt nur tanzen wollt nur Sex,
denn eins ist klar ... sie ist ne Hex.
Sie wollt nur lachen wollt nur tanzen wollt nur Sex,
denn eins ist klar ... sie ist ne Hex.
So lange ist es schon Vergangenheit und doch auch Gegenwart und Zukunft. Es zerrt an mir, wühlt mich auf, reißt mich aus dem Schlaf und lässt mich nicht mehr einschlafen. Immer wieder fällt sie über mich her, diese Mischung aus Hass, Angst und Ekel und immer wieder schafft sie es, mich zu unterwerfen.
Wenn ich die Augen schließe muss ich dich immer noch sehen, wenn ich mir die Ohren zuhalte kann ich dich immer noch hören. Deine Stimme die mir so vertraut und die doch so unendlich fremd und furchteinflößend ist. Deine Worte die falsch waren und mir Angst gemacht haben. Dein Stöhnen an meinem Ohr und deine großen schwitzigen Hände, die meinen Körper berührten, die mir den Mund verschlossen haben.
Ich kann dich riechen. Ich rieche dich sogar wenn ich alleine in meinem Bett liege und durch das offene Fenster frische Luft herein kommt. Ich glaube deinen Geruch werde ich nie mehr los. Diese Mischung aus Schweiß und Bier weckt immer wieder die Erinnerung in mir und wirft mich in ein tiefes, dunkles Loch. Dieser Geruch der mich immer umgeben hat, wenn ich Angst hatte und Schmerzen ertragen musste. Wenn ich dich ertragen musste.
Ich hasse dich!
Ich ekle mich vor dir.
Ich fürchte mich vor dir.
Immer noch, nach so vielen Jahren macht mir selbst der Gedanke an dich Angst. Wenn ich mir die Sterne ansehe, habe ich Angst dass sie sich in deine großen, gierigen Augen verwandeln, in deinen Blick der mich anstarrt und mir verrät was bald passiert. Wenn ich aus der Tür gehe, habe ich Angst dass du neben mir auftauchst. Wenn ich die Augen schließe, habe ich Angst dass du neben meinem Bett stehst und ich fühle mich wieder genau so klein wie damals als du diese Dinge mit mir gemacht hast, die mein Leben zerstört haben.
So klein, so hilflos, so alleine.
Wie konntest du mir das antun? Wie konntest du so pervers und erbärmlich sein einen kleinen hilflosen Menschen überhaupt so zu sehen, so für deine widerlichen Fantasien zu benutzen? Wieso warst du so jämmerlich und wieso bist du so feige selbst heute, nach so vielen Jahren, nicht zuzugeben was du für ein kranker Mensch bist? Du bist Schuld! Du bist ein Arsch und es ist schlimm genug, dass ich mich immer noch mit dir beschäftigen muss.
Ich tue alles um mit meinen Erinnerungen klar zu kommen, um endlich keine Angst mehr zu haben und um endlich frei zu sein. Wenn ich es irgendwann geschafft habe bist du für mich gestorben. Für immer!
ICH HASSE DICH!
Danke Barbi
LEBENSLICHT
Ich kann sie schon spüren, die Kälte und die Dunkelheit. Um mich herum und in mir.
Mein Lebenslicht ist so weit weg.
Ich habe Angst die Augen zu schließen, weil ich dann sehen kann wie sie mich anstarren, wie sie mich aufsaugen und immer mehr von mir in sich aufnehmen. Ich fühle diese Blicke auf mir, so böse so voller Wut und Hass.
Es ist so kalt.
Ich sehne mich so sehr nach Wärme, nach Zuversicht, nach einer Hand die meine Hand hält und mir verspricht dass alles gut wird. Ich sehne mich nach Gedanken, die meine Gedanken berühren und teilen. Ich habe Sehnsucht nach Zeiten ohne Angst und nach dem Licht, dass es schafft diesen dunklen Schleier zu durchdringen.
Ich habe Sehnsucht nach meinem Lebenslicht.
Ich sehe es nicht mehr. Ich suche, schaue in die graue Nebelwand und weiß genau, dass irgendwo da draußen, hinter der Mauer aus Schweigen, Wut und Hoffnungslosigkeit ein kleines Licht sein muss, das zu mir gehört und mich führen kann. Ich kann es einfach nicht mehr finden und je verzweifelter ich suche, desto weiter entfernt es sich von mir.
So weit weg.
So viele verpasste Gelegenheiten, so viele verblasste Erinnerungen, so viele verglühte Hoffnungsschimmer und so viel Traurigkeit. So viel und doch so wenig verloren in diesem Kampf mit allen und mit mir selbst.
Und am Ende nur noch die Dunkelheit der Nacht.
Ich vermisse mein Lebenslicht.
SO WENIG ENGEL
So viele Hoffnungen, so viele Träume geträumt. So viele Wünsche und doch nie etwas gewünscht.
So viele Fragen, so viele nicht ausgesprochene Worte und doch nie etwas verstanden.
So viele vergossene Tränen achtlos als unsichtbare Spur im Sand hinterlassen, so vieles nie erlebt, so vieles nie gehabt.
Ein Engel berührte mit seinem Flügel ganz sanft mein Gesicht und gab mir die Illusion etwas Besonderes zu sein. Er nahm mich mit sich fort, führte mich hoch ans Ende der Wolken und von dort konnte ich die Welt weit unten betrachten.
Die vielen Menschen unter mir erkannte ich nur noch als kleine dunkle Punkte, gar nicht mehr so riesig und gar nicht mehr so bedrohlich. Von hier oben wirkten sie wie ein aufgescheuchter Ameisenhaufen, wirr durcheinander laufend ohne Sinn und ohne Ziel aber auch irgendwie lebendig und beruhigend.
Hier oben, beschützt von den Flügeln eines Engels, gewärmt von der nahen Sonne, konnte ich es mir erlauben, meine Angst zu vergessen und alle Masken fallen zu lassen. Kein verstecken, keine Mauern und für einen kurzen Augenblick das Gefühl genießen einfach nur ich selbst, einfach frei zu sein. Die Welt konnte mir nichts mehr anhaben und ich hätte schreien können vor lauter Glück.
Ich drehte meinen Kopf um meine Freude mit dem Engel zu teilen und erschrak als ich die goldenen Tränen in seinen Augen sah. Ich spürte seine Trauer und meine Freude wich schlagartig kaltem Entsetzen als ich erkannte, dass meine Zeit hier oben nicht ewig dauern würde, dass ich wieder zurück musste.
Verzweifelt klammerte ich mich fest. Ich weinte, ich kämpfte und ich schrie:
„Nicht! Bring mich bitte nicht zurück. Lass mich bitte nicht los. Ich will nicht wieder dahin!“
Doch am Ende war alles umsonst. Ich musste verlieren, denn gegen Engel kann ich nicht kämpfen.
Engel müssen loslassen und weiterziehen.
So viele Menschen nur so wenige Engel.
DU WUNDERSCHÖNES BLATT IM HERBST
Du kleines, schönes, buntes Blatt,
hängst dort an deinem Baum.
Wiegst dich mal hin und wiegst dich her,
ein Leben wie ein Traum.
Du wunderschönes buntes Blatt
verwandelst jeden Wald.
Bringst Wärme uns und Fröhlichkeit
Ist’s sonst auch noch so kalt.
Du ach so hübsches großes Blatt
Hast du es schon gehört?
Es gibt da etwas und zwar bald,
das Deine Träume stört.
Du nettes großes Blatt am Baum,
bald schon da bist du tot.
Gilt auch für alle andren Blätter,
egal ob gelb ob rot.
Du hässlich braunes Blatt am Baum,
Mit dir geht’s schnell bergab.
Genieß die Tage die dir bleiben,
bald fällst du in dein dunkles Grab.
Du ekliges, verfaultes Blatt,
liegst dort am Wegesrand,
hast lange Zeit so da gelegen,
bis dann der Wurm dich fand.
Der zog dich mit sich in die Erde,
fraß dich dort auf, warst weich wie Butter.
Das ist es was wir alle werden,
verfaultes weiches Würmerfutter.
Doch gräm dich nicht du kleines Blatt,
noch bist du bunt und schön.
Und dieser Weg den du dann gehst,
den müssen alle geh’n.
Was du auch tust du Blatt am Baum
magst du aus Angst auch beben,
Von Anfang an geht es bergab,
auch Würmer wollen schließlich leben.
Wenn die Wahrheit dich trifft kann das wehtun.
Du kannst versuchen dich zu verstecken, kannst dich wegdrehen oder
einfach so tun als hättest du sie nicht gesehen:
Die Wahrheit findet dich immer.
Die Wahrheit fragt nicht nach dem Wann und Wo, die Wahrheit kann dich immer
und überall treffen.
Unverhofft und unerwartet kann sie plötzlich vor dir stehen und Fragen stellen.
Sie fragt nach der Vergangenheit, nach er Gegenwart und nach der Zukunft,
stellt all diese Fragen die du nicht beantworten kannst.
Die Wahrheit zögert nicht, dir deine Fehler deutlich zu machen und dir den Spiegel
vor das Gesicht zu halten.
Sie nutzt deine Schwächen um deine Stärken unsichtbar zu machen.
Sie nutzt deine Ängste um deinen Mut zu vernichten und sie ist jederzeit bereit dich zu verletzen.
Wahrheit bedeutet den eigenen Wert zu erkennen und Wahrheit zeigt dir,
wie gering dein eigener Wert wirklich ist.
Die Wahrheit zeigt dir die Welt um dich herum und sorgt dafür,
dass du dich selbst als kleines Insekt in dieser riesigen Welt siehst.
Kleines Insekt zwischen Riesen, die nicht darauf achten
wo sie mit ihren Füßen herum trampeln. Riesen die so groß und stark sind
und kein Interesse an kleinen Insekten haben.
Die Wahrheit ist grausam und du musst die Wahrheit akzeptieren.
Egal wann und egal wo.
Vor dem Leben und vor dem Tod
Und ich weiß genau ich bin wieder allein, heute Nacht wenn es dunkel wird. Wenn die Lichter um mich herum ausgehen, wenn es nur noch mich und meine Gedanken gibt.
Heute Nacht wenn die Einsamkeit sich in mein Zimmer schleicht und mich umgibt wie ein großer, dunkler Schatten.
Die Angst greift mit ihren alten, vertrauten Händen nach mir und drückt mich mit ihrer ganzen Kraft nach unten.
Und wieder wird niemand da sein an den ich mich klammern kann, niemand der mich auffängt wenn ich falle, niemand der mich wärmt, niemand der mir hilft wieder aufzustehen.
Am Boden ist es kalt und hart. Hier unten gibt es nichts weiches, keine Decken und keine Wärme.
Ich liege da mit geschlossenen Augen, traue mich kaum zu atmen aus Furcht etwas zu wecken das in der Ecke auf mich lauert. Ich mache mich ganz klein, kauere mich zusammen wie ein Säugling, hoffe einfach dass mich die Schatten nicht sehen können und weiß doch genau, dass sie mich schon längst entdeckt haben.
Sie entdecken mich immer, in jeder Nacht und wie in jeder Nacht wird mein Gesicht feucht sein, feucht von diesem Meer aus Tränen in dem ich fast ertrinke. Wie in jeder Nacht werden sie an mir zerren, werden ihre Hände sich in meine Arme krallen und ihre scharfen Nägel werden sich in mein Fleisch bohren.
Ich werde weinen, werde flehen und betteln, werde die Stimmen hören die mir befehlen endlich aufzugeben, mitzukommen. Laut, eindringlich, schmeichelnd und verführerisch zugleich.
Und ich?
Ich werde zusammengekauert, weinend am Boden liegen und versuchen mit aller Kraft irgendetwas zu finden an dem ich mich festhalten kann. Meine Hände werden nach etwas suchen und doch immer nur ins Leere greifen. Ich werde die Augen nicht öffnen weil ich nicht sehen will was nach mir ruft, was versucht mich wegzuzerren.
Weil die Angst, etwas zu sehen was mir gefällt, noch zu stark ist.
Ich bleibe liegen hier unten am Boden weil ich weiß dass ich nicht weglaufen kann, dass es kein Entkommen gibt und dass es keinen Sinn macht aufzustehen. Ich bleibe liegen, voller Panik und warte auf die Dunkelheit die immer kommt.
Jede Nacht.
Geh mir aus den Augen, geh mir aus dem Sinn,
geh raus aus meinem Herzen, denn da passt du nicht mehr hin.
Lass mir meinen Frieden, kümmer dich um DICH,
Will dich nicht mehr lieben, brauche nur noch mich.
Bin bereit allein zu sein,
brauch dich nicht mehr dafür,
denn weißt du Babe alleine sein
dass kann ich auch mit mir.
Klar in deinen Augen da seh ich manchmal mehr,
nur weißt du deine Augen intressier'n mich jetzt nicht mehr.
Ich habe keine Ahnung was du wirklich willst,
es wird Zeit dass du mich aus deinem Leben killst.
Will nicht mehr mit dir weinen und nicht mehr mit dir lachen
will nicht mehr all die Dinge mit dir machen.
Das was du mir angetan hast kann ich nicht vergeben,
also zieh ich die Leine und hau ab aus deinem Leben.
Du intressierst mich nicht mehr, will dich nicht mehr sehn,
will nicht mehr deine Wege mit dir gehn,
denn weißt du deine Wege die führen bergab,
und das ist was wozu ich keinen Bock mehr hab.
Wenn du es so willst schau weiter zurück,
aber glaub mir Süße das bringt dir kein Glück.
Mach was du willst nur mach es ohne mich,
Denn ab sofort gibts mich nicht mehr für dich.
Meine Trauer die geht irgendwann vorbei
und eins weiß ich genau: Dann bin ich wieder frei.
Weißt du was, du wirst es sicher nicht mehr sehn,
aber irgendwann wird es mir besser gehn.
Same procedure jedes Jahr
Draußen geht's Tatü Tata,
die Feuerwehr ist auch schon da.
Die Polizei macht Sonderschichten
um Ehestreiterei'n zu schlichten,
Der Notarzt ist im Dauerstress
es rollt der Suizidexpress.
Und's Kindlein denkt sich: "War ja klar,
same procedure jedes Jahr."
Im Schlafzimmer wie's immer war
da prügelt Papa die Mama,
die Tochter die kommt auch noch dran,
doch erst wenn Mama nicht mehr kann,
nimmt er das Mädchen auf den Schoß
und kleine Wünsche werden groß.
Und's Kindlein denkt sich: "War ja klar,
same procedure jedes Jahr."
Der Vater noch die Hose offen
ne halbe Flasche Schnaps gesoffen,
die Tochter kann sich kaum bewegen,
soll jetzt das Treppenhaus noch fegen,
die Mutter voll mit blauen Flecken,
fängt an den Abendtisch zu decken.
Und's Kindlein denkt sich: "War ja klar,
same procedure jedes Jahr."
Dann später unterm Weihnachtsbaum
träumt jeder seinen eig'nen Traum.
Die Tochter träumt vom freien Flug,
von einer Brücke, vor einen Zug,
Die Mama träumt es würd gelingen
den Mann dort einfach umzubringen.
Nur's Kindlein denkt sich: "War ja klar,
same procedure jedes Jahr."
Ich wünsche mir zu dieser Zeit
drei Tage ohne Angst und Leid.
Drei Tage voller Liebe und Glück
geben allen die Hoffnung zurück.
Denn Hoffnung ist an den meisten Tagen
schon mehr als viele Menschen haben.
Und's Kindlein denkt sich: "Ist ja klar,
Weihnachten ist jedes Jahr."